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Gutes Prompting bedeutet, einer KI möglichst klare Anweisungen zu geben. Entscheidend sind ein konkretes Ziel, relevanter Kontext und eine genaue Beschreibung des gewünschten Ergebnisses. Wer diese Grundregeln beachtet, erhält von ChatGPT, Gemini oder anderen KI-Systemen präzisere und nützlichere Antworten.
Prompting bezeichnet die Formulierung von Anweisungen (Prompts) für KI-Systeme. Prompts können von einer einfachen Frage bis hin zu einem ausführlichen Arbeitsauftrag reichen.
Die Qualität des Ergebnisses hängt maßgeblich von der Qualität des Prompts ab. Je klarer formuliert wird, was die KI tun, welche Informationen sie berücksichtigen und wie das Ergebnis aussehen soll, desto besser fällt das Ergebnis in der Regel aus.
Generative KI kann nur mit den Informationen arbeiten, die sie erhält. Deshalb führen unklare oder sehr allgemeine Anweisungen oft zu oberflächlichen, austauschbaren Antworten. Je besser eine KI versteht, welches Ziel verfolgt wird und welches Ergebnis erwartet wird, desto präziser kann sie die Anfrage bearbeiten.
Ein einfaches Beispiel verdeutlicht den Unterschied:
Wenig hilfreich: Schreibe eine Bestätigungs-Mail an einen Kunden.
Deutlich besser: Schreibe eine E-Mail an einen Kunden, um den Einsatz von drei Zeitarbeitskräften ab dem 1. August zu bestätigen. Weise auf die Arbeitszeiten hin und biete mich als Ansprechpartner für Rückfragen an.
Im zweiten Beispiel erhält die KI zusätzliche Informationen zum Anlass der E-Mail, zu den relevanten Inhalten und zum gewünschten Zweck der Nachricht. Dadurch kann sie die Aufgabe einordnen und eine deutlich präzisere Antwort erstellen.
Ein guter Prompt für Alltagsaufgaben im Büro ist kein Hexenwerk. In den meisten Fällen reichen bereits einige wenige Informationen aus, damit die KI die Aufgabe richtig versteht. Dazu gehören insbesondere das Ziel, relevante Hintergrundinformationen und eine Beschreibung des gewünschten Ergebnisses.
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Bestandteile eines guten Prompts:
| Bestandteil | Beispiel |
| Aufgabe | Erstelle eine E-Mail zur Bestätigung eines Mitarbeitereinsatzes. |
| Kontext | Ein Kunde aus der Logistik erhält ab dem 1. August drei Zeitarbeitskräfte zur Unterstützung in der Hochsaison. |
| Zielgruppe | Die E-Mail richtet sich an den Ansprechpartner des Kundenunternehmens. |
| Ziel der Kommunikation | Der Kunde soll alle wichtigen Informationen erhalten und den Einsatz als professionell und zuverlässig vorbereitet wahrnehmen. |
| Wichtige Inhalte | Nenne Einsatzbeginn, Arbeitszeiten und XY als Ansprechpartner für Rückfragen. |
| Tonalität | Formuliere die E-Mail professionell und freundlich auf Augenhöhe, nicht anbiedernd. |
Nicht jeder Prompt muss alle Bestandteile enthalten. Aber je komplexer die Aufgabe ist, desto hilfreicher werden zusätzliche Informationen zu Kontext, Zielgruppe, Kommunikationsziel oder gewünschter Tonalität.
Je genauer eine KI weiß, was sie tun soll, desto besser fällt das Ergebnis in der Regel aus. Viele unbefriedigende Ergebnisse entstehen dadurch, dass die Aufgabe zu allgemein beschrieben wurde.
Wenig hilfreich: Erstelle eine Stellenanzeige für Lagerhelfer.
Deutlich besser: Erstelle eine Stellenanzeige für Lagerhelfer in Frankfurt. Die Stelle richtet sich an Quereinsteiger. Hebe flexible Arbeitszeiten und eine gründliche Einarbeitung hervor.
Im zweiten Beispiel kennt die KI nicht nur das Thema, sondern auch den konkreten Fokus und die Zielgruppe. Dadurch kann sie die Anfrage zielgerichteter bearbeiten.
➡️ Bevor Sie einen Prompt formulieren, fragen Sie sich kurz: Was genau soll die KI am Ende liefern?
Eine KI kann Aufgaben besser bearbeiten, wenn sie die Hintergründe kennt. Deshalb lohnt es sich, wichtige Informationen direkt im Prompt zu ergänzen. Entscheidend ist jedoch nicht die Menge der Informationen, sondern deren Relevanz.
Welche Fakten hilfreich sind, hängt immer von der jeweiligen Aufgabe ab. Soll eine Stellenanzeige erstellt werden, können Details zum Unternehmen, zur Firmenkultur oder zu den Vorteilen der Stelle wichtig sein. Geht es dagegen um die Formulierung einer Einsatzbestätigung für einen Kunden, spielen andere Informationen eine Rolle.
Fragen Sie sich: Welche Infos würde ein Kollege benötigen, um diese Aufgabe möglichst gut zu erledigen? Genau diese Details sollten Sie auch der KI zur Verfügung stellen.
➡️ Nicht jede Information, die Ihnen vorliegt, ist auch für die KI relevant. Entscheidend sind die Details, die zur konkreten Aufgabe beitragen.
Auch wenn die KI die Aufgabe grundsätzlich verstanden hat, weiß sie noch nicht automatisch, wie das Ergebnis aussehen und welche Wirkung es erzielen soll. Deshalb lohnt es sich, Format, Zielgruppe, Tonalität und das Ziel der Kommunikation möglichst konkret zu beschreiben.
Wenig hilfreich: Erstelle eine E-Mail zur Bestätigung eines Mitarbeitereinsatzes.
Deutlich besser: Erstelle eine E-Mail zur Bestätigung eines Mitarbeitereinsatzes. Der Kunde soll den Eindruck gewinnen, dass der Einsatz professionell vorbereitet wurde und wir als zuverlässiger Partner an seiner Seite sind. Formuliere die Nachricht freundlich, verbindlich und auf Augenhöhe.
Im zweiten Beispiel weiß die KI nicht nur, was erstellt werden soll, sondern auch, welche Wirkung die Nachricht beim Empfänger erzielen soll. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Ergebnis den eigenen Erwartungen entspricht.
➡️ Definieren Sie nicht nur die Aufgabe, sondern auch die gewünschte Wirkung.
Wenn Sie bereits eine Vorstellung davon haben, wie das Ergebnis aussehen soll, sind Beispiele hilfreich. Anstatt die Anforderungen ausführlich zu beschreiben, können Sie der KI eine Vorlage oder ein Muster zur Orientierung geben.
Die KI leitet aus Beispielen oft schneller ab, welche Struktur, Tonalität oder Detailtiefe gewünscht ist. Achten Sie jedoch darauf, dass die Vorlage wirklich zum gewünschten Ergebnis passt.
➡️ Je ähnlicher das Beispiel dem gewünschten Ergebnis ist, desto hilfreicher ist es.
Viele Nutzer erwarten, dass eine KI nach einem einzigen Prompt sofort das perfekte Ergebnis liefert. In der Praxis entstehen die besten Ergebnisse jedoch oft durch mehrere aufeinander aufbauende Schritte.
Prüfen Sie die erste Antwort deshalb kritisch: Werden die wichtigsten Aspekte berücksichtigt? Passt die Tonalität? Ist die Antwort konkret genug? Sind leere Allerweltsphrasen enthalten, die einfach nur nach heißer Luft klingen? Gegebenenfalls lassen Sie die KI gezielt nachbessern oder ergänzen Sie zusätzliche Informationen, was Sie konkret anders haben möchten – und warum.
Viele erste Entwürfe sind noch allgemein und austauschbar. Durch Rückfragen oder konkretes Feedback lassen sich Inhalte deutlich verbessern.
➡️ Betrachten Sie die erste Antwort nicht als fertiges Ergebnis, sondern als Ausgangspunkt für die weitere Zusammenarbeit mit der KI.
Viele unbefriedigende KI-Ergebnisse lassen sich auf einige wenige typische Fehler zurückführen:
Zu allgemeine Anweisungen
Unkonkrete Anweisungen führen zu unkonkreten, manchmal sogar falschen Ergebnissen. Je klarer Ziel, Zielgruppe und Anforderungen beschrieben werden, desto besser kann die KI die Aufgabe bearbeiten.
Zu wenig relevanter Kontext
Eine KI kennt die Hintergründe einer Aufgabe nicht. Wichtige Informationen sollten deshalb im Prompt enthalten sein. Gleichzeitig kann ein unstrukturierter Informations-Overload dazu führen, dass die KI in Ihrer Antwort völlig irrelevante Nebenschauplätze eröffnet. Idealerweise sollten nur Informationen ergänzt werden, die für die konkrete Aufgabe tatsächlich relevant sind.
Unklare Erwartungen an das Ergebnis
Die KI weiß nicht automatisch, welche Wirkung ein Text erzielen oder wie er aufgebaut sein soll. Sie kann auch nicht orakeln, welche Haltung Ihr Unternehmen zu bestimmten Themen einnimmt und wie Sie sich positionieren wollen. Hinweise zu Zielgruppe, Tonalität oder Kommunikationsziel helfen dabei, passendere Ergebnisse zu erhalten.
Die erste Antwort unkritisch übernehmen
Auch gute KI-Systeme liefern oft nicht auf Anhieb das beste Ergebnis. Prüfen Sie daher kritisch und nutzen Sie Rückfragen oder Nachbesserungen, um die Qualität weiter zu verbessern.
KI-Ergebnisse ungeprüft verwenden
KI kann Fehler machen, Informationen missverstehen, wichtige Details auslassen oder Inhalte „erfinden“. Prüfen Sie deshalb insbesondere fachliche, rechtliche oder geschäftskritische Inhalte vor der weiteren Verwendung sorgfältig.
Ob ChatGPT, Gemini, Claude, Copilot oder andere KIs: Immer mehr Nutzer geben ihre Prompts per Sprache statt per Tastatur ein. Dadurch verändert sich auch die Art des Promptens.
Das kann Vorteile haben. Wer einer KI eine komplexe Aufgabe erklären möchte, kommt per Spracheingabe in der Regel deutlich schneller ans Ziel als über das Tippen längerer Anweisungen. Auch fällt es vielen Menschen leichter, Zusammenhänge, Hintergründe oder Anforderungen frei zu formulieren. Dadurch entstehen häufig ausführlichere Prompts als bei kurzen Texteingaben.
Allerdings ist Voice Prompting nicht automatisch immer die bessere Wahl. Beim freien Sprechen erzählen viele Menschen Zusammenhänge oft so, wie sie ihnen gerade in den Sinn kommen. Dabei gelangen neben wichtigen Informationen auch Details in den Prompt, die für die eigentliche Aufgabe wenig relevant sind.
Beim Schreiben werden Informationen hingegen häufiger gefiltert und strukturiert. Viele Menschen überlegen bewusster, welche Informationen wirklich wichtig sind und in welcher Reihenfolge sie genannt werden sollten. Dadurch fällt der KI die Einordnung der Aufgabe manchmal leichter als bei einem spontan gesprochenen Prompt.
Welche Methode besser geeignet ist, hängt von der jeweiligen Situation und den persönlichen Vorlieben ab. Viele Nutzer wechseln je nach Aufgabe oder Situation zwischen Spracheingabe und Texteingabe.
Ob gesprochen oder geschrieben: Gute Ergebnisse entstehen nicht durch die Eingabemethode, sondern durch einen präzisen Prompt. Klare Ziele, relevanter Kontext und konkrete Erwartungen an das Ergebnis sind bei Spracheingaben genauso wichtig wie bei klassischen Texteingaben.
Gute Ergebnisse mit KI entstehen selten zufällig. In vielen Fällen entscheidet nicht das verwendete KI-System über die Qualität der Antwort, sondern die Qualität des Prompts.
Wer klare Ziele formuliert, relevanten Kontext bereitstellt und konkrete Erwartungen an das Ergebnis beschreibt, erhält in der Regel deutlich bessere Antworten. Ebenso wichtig ist es, erste Entwürfe kritisch zu hinterfragen und die KI durch Rückfragen oder Nachbesserungen gezielt weiterzuführen.
Ob per Tastatur oder Spracheingabe: Erfolgreiches Prompting ist die Kunst, Anforderungen klar zu formulieren und Ergebnisse kritisch zu beurteilen. Wer diese Fähigkeiten hat (oder entwickelt), schöpft das Potenzial von ChatGPT, Gemini, Claude & Co. deutlich besser aus.
Foto: © Adobe Stock / Pakin / 702182173
Für viele typische Anwendungsfälle im Büroalltag ist die Qualität des Prompts wichtiger als die Wahl des KI-Modells. Ob ChatGPT, Claude, Gemini oder ein anderes System: Klare Ziele, relevanter Kontext und konkrete Erwartungen an das Ergebnis verbessern die Qualität der Antworten meist stärker als der Wechsel zwischen verschiedenen Modellen. Unterschiede zeigen sich vor allem bei sehr komplexen Aufgaben oder speziellen Anwendungsfällen.
Wer beispielsweise eine Stellenanzeige formulieren, eine E-Mail schreiben oder ein Meeting zusammenfassen möchte, wird oft nur geringe Unterschiede feststellen. Bei Programmierung, umfangreichen Datenanalysen oder komplexen Recherchen können die Fähigkeiten einzelner Modelle dagegen stärker variieren.
Generative KI arbeitet nicht wie eine Datenbank oder Suchmaschine, die auf dieselbe Anfrage immer exakt dieselbe Antwort zurückgibt. Stattdessen berechnet sie für jedes Wort verschiedene mögliche Fortsetzungen und wählt daraus die wahrscheinlichsten aus.
Dadurch können selbst bei identischen Prompts leicht unterschiedliche Formulierungen, Beispiele oder Schwerpunkte entstehen. Die Kernaussage bleibt meist ähnlich, die konkrete Ausgestaltung kann jedoch variieren. Hinzu kommt, dass KI-Modelle regelmäßig aktualisiert und weiterentwickelt werden.
Diese Unterschiede sind normal und kein Hinweis darauf, dass etwas falsch funktioniert.
Natürlich können Sie KI-generierte Texte direkt verwenden. Die entscheidende Frage ist, ob Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind und es geprüft haben.
Entspricht der Text dem gewünschten Ziel? Sind alle wichtigen Informationen enthalten? Passt die Tonalität zur Zielgruppe? Erzielt der Text die gewünschte Wirkung?
Je wichtiger oder sensibler ein Inhalt ist, desto sorgfältiger sollte diese Prüfung ausfallen, denn die Antwort für das Ergebnis tragen Sie – nicht die KI. Falls nötig, verbessern Sie den Text durch gezielte Nachfragen oder zusätzliche Anweisungen an die KI weiter.
Nein. Für die meisten Anwendungsfälle sind fertige Promptvorlagen nicht erforderlich. Moderne KI-Systeme verstehen natürliche Sprache inzwischen sehr gut. Entscheidend ist meist nicht die Verwendung einer bestimmten Vorlage, sondern, dass Ziel, Kontext und gewünschtes Ergebnis klar beschrieben werden.
Promptvorlagen können sinnvoll sein, wenn dieselbe Aufgabe regelmäßig wiederkehrt und Ergebnisse möglichst einheitlich ausfallen sollen. Für die tägliche Arbeit sind sie jedoch kein Ersatz für ein gutes Verständnis der Aufgabe und eine klare Kommunikation mit der KI.

Cornelia Schliwa ist Magister-Soziologin und ausgebildete Redakteurin mit über 15 Jahren Erfahrung im Corporate Publishing. Mit ihrem Faible für klare Kommunikation bringt sie komplexe Sachverhalte präzise auf den Punkt und haucht selbst trockenen Themen Leben ein, um sie für Leser leicht zugänglich zu machen. 👉 Zum Linkedin-Profil von Cornelia Schliwa
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