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Ab dem 1. Oktober 2025 gilt ein neuer Entgelttarifvertrag in der Personaldienstleistungsbranche. Darauf haben sich die arbeitgeberseitige Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit (VGZ) im Gesamtverband der Personaldienstleister (GVP) und die Tarifgemeinschaft Leiharbeit des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) nach intensiven Verhandlungen geeinigt.
Ausgehandelt wurde dabei eine Laufzeit von 24 Monaten. Kernpunkt: Beschäftigte erhalten drei Entgelterhöhungen zwischen Januar 2026 und April 2027.
Alles Wichtige auf einen Blick
Der neue Entgelttarifvertrag GVP-DGB löst ab dem 1. Januar 2026 die bisherigen BAP-DGB- und iGZ-DGB-Verträge ab. Für das 4. Quartal 2025 bleiben die Löhne unverändert, bevor es ab 2026 in drei Schritten nach oben geht. Der Tarifvertrag gilt bundesweit für über 90 Prozent der Beschäftigten in der Branche.
Die Löhne steigen stufenweise:
Die ab 1.1.2026 geltenden Entgelttabellen hat der GVP kürzlich veröffentlicht.
Die wichtigsten Änderungen des neuen Tarifvertrags – inklusive Einordnung durch Branchenexperte Dr. Alexander Bissels – wurden kürzlich im zvoove Seminar umfassend vorgestellt. Die Aufzeichnung ist exklusiv für zvoove Kunden als Kurs in der Online-Akademie verfügbar.
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Die Gewerkschaften waren mit der Forderung nach 7,5 Prozent mehr Lohn bei nur 12 Monaten Laufzeit gestartet. Die Arbeitgeberseite bot zunächst 1,5 Prozent ab April 2026. Herausgekommen ist ein Mittelweg, der drei Erhöhungen bringt, aber mit längerer Laufzeit.
Viele Betriebe stehen unter Druck: gesunkene Nachfrage, steigende Kosten, sinkende Beschäftigung. Deshalb war den Arbeitgebenden ein später Start wichtig.
„Drei weitere Erhöhungsschritte bedeuten für die Betriebe eine enorme Belastung. Nach Jahren massiver Kostenaufwüchse, einer spürbar gesunkenen Nachfrage und einem deutlichen Beschäftigungsrückgang in der Branche können wir keine neue Kostenwelle zum Jahresende schultern. Ein späterer Start und die Vereinbarung kleiner, gestreckter Schritte waren unerlässlich, um Beschäftigung zu sichern und Insolvenzen zu vermeiden“, erklärt VGZ-Verhandlungsführer Sven Kramer.
Gleichzeitig sehen die Arbeitgebenden auch Chancen: „Eine moderate, dreistufige Anpassung und eine längere Laufzeit geben Verlässlichkeit und Planungssicherheit – und Beschäftigten eine spürbare Entwicklung“, ergänzt der stellvertretende Verhandlungsführer Sven Schwuchow.
Branchenzuschläge waren nicht Teil des aktuellen Tarifabschlusses. Sie sorgen dafür, dass Zeitarbeitende in bestimmten Industrien zusätzlich zu ihrem Grundentgelt einen Aufschlag erhalten – etwa in der Metall- und Elektroindustrie, der Holz- und Kunststoffverarbeitung oder der Textil- und Bekleidungsindustrie. Die bestehenden Branchenzuschlagstarifverträge liefen zum 30. September 2025 aus. Die nächste Verhandlungsrunde sollte Anfang Oktober beginnen.
Wann tritt der neue Tarifvertrag in Kraft?
Der neue Entgelttarifvertrag gilt ab dem 1. Oktober 2025, die erste Lohnerhöhung folgt am 1. Januar 2026.
Wie lange läuft der Tarifvertrag GVP-DGB?
Die Laufzeit beträgt 24 Monate (1. Oktober 2025 bis 30. September 2027).
Welche Lohnerhöhungen sind vereinbart?
Die Löhne steigen um 2,99 % (Januar 2026), 2,5 % (September 2026) und 3,5 Prozent (April 2027).
Was ist mit Jahressonderzahlungen?
Laut GVP sollen Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und der sogenannte Mitgliedervorteil dynamisch mit dem Tariflohn steigen, und zwar bezogen auf die Entgeltgruppe 4. (Stand: 23.9.2025)
Warum ist die Einigung wichtig für Unternehmen?
Sie sorgt für Planungssicherheit in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage und verhindert kurzfristige Kostenexplosionen.
Der neue Entgelttarifvertrag GVP-DGB bringt für Beschäftigte in der Personaldienstleistung eine spürbare Lohnerhöhung. Für Beschäftigte heißt das: In allen Entgeltgruppen steigen die Stundenlöhne Schritt für Schritt.
Für Arbeitgebende bedeutet es: Unternehmen erhalten durch die lange Laufzeit bis September 2027 mehr Planungssicherheit. Die Personalkosten steigen kalkulierbar, sie treffen zugleich jedoch auf eine ohnehin schwierige Marktsituation. Der Tarifabschluss bietet dabei auf jeden Fall eines: Klarheit über die nächsten zwei Jahre.
Foto: © Adobe Stock / magele-picture / 189613021

Jörg Geiger ist Diplom-Informatiker und arbeitet seit über 20 Jahren als Fachjournalist im Bereich Technik. Dabei interessiert er sich vor allem für IT, die den Alltag tatsächlich verbessert. Für den zvoove Blog berichtet er über Trends und Entwicklungen in der Gebäude- und Personaldienstleistung, sowohl in technischer Hinsicht als auch in Bezug auf branchenspezifische Regelungen und Marktentwicklungen. 👉 Zum XING-Profil von Jörg Geiger
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