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15.11.2017 Alle Artikel

Der perfekte Lebenslauf?

Misserfolg & Lücken im Lebenslauf

Der perfekte Lebenslauf? Den gibt es wahrscheinlich nur im Märchen. Und nicht einmal dort, denn das wäre doch eher eine langweilige Geschichte. 100-prozentig geradlinig mit klar erkennbarem roten Faden sind die wenigsten Lebensläufe. Auch wenn sich manche Exemplare wie beeindruckende Erfolgsgeschichten lesen, ist der Karriereweg oft nicht so steil, wie er scheint. Dokumentiert hat das u. a. der Psychologe, Ökonom und Princeton-Professor Johannes Haushofer in seinem „CV of Failures“. Trotz seiner außergewöhnlichen Karriere als 36 Jahre junger Professor einer Eliteuniversität ist auch Haushofers Berufslaufbahn von Höhen und Tiefen gezeichnet. Als Stationen in seinem CV of Failures listet er u. a.: 

  • Studiengänge, für die ich nicht zugelassen wurde
  • akademische Positionen, die ich nicht bekommen habe
  • Abhandlungen und Artikel, die nicht veröffentlicht wurden …

Für einen Job beworben hat sich Haushofer mit seinem CV of Failures wohl nicht. Aber er hat demonstriert, dass auch ein erfolgreicher Karriereweg Hürden kennt und nicht immer nur geradlinig verläuft. Die gescheiterten Anläufe bleiben im CV nur meist unsichtbar. Was aber, wenn der Lebenslauf deutliche Umwege oder Lücken aufweist? Verschweigen oder vertuschen ist weniger sinnvoll: Die meisten Personaler werden nachfragen, vor allem wenn die Unterbrechung im Schnitt länger als 3 Monate andauert. Zurechtgelegte Standartantworten kennt der Großteil von ihnen in und auswendig. Da leidet dann schnell die Glaubwürdigkeit des Bewerbers. Hakt der Personaler nach, kann das dazu führen, dass sich der Kandidat in seinen Aussagen verheddert oder ins Stocken gerät. Wer versucht, drum herum zu reden, weckt Skepsis. Eine unangenehme Situation, die leicht dadurch vermeidbar ist, ehrlich zu antworten. Dabei ist es sinnvoll, die Lücke im Lebenslauf zu erklären. Denn auch der Umgang mit Niederlagen, Herausforderungen und Umwegen im Karriereweg kann Auskunft über Eigenschaften oder Fähigkeiten des Bewerbers geben: Hat er zum Beispiel ein besonders hohes Durchhaltevermögen bewiesen? Wie hat er sich durch die Leerzeit in seinem Lebenslauf weiterentwickelt? Was hat er daraus gelernt oder mitgenommen, das vielleicht auch für die künftige Jobs relevant sein könnte? Hat er besondere Erfahrungen gesammelt, die er in die neue Stelle einbringen kann? Wer sich bereits im Vorfeld Gedanken darüber macht, wie er eine solche Lücke authentisch und sinnvoll erklären kann, wird vielleicht auch im Vorstellungsgespräch mit mehr Gelassenheit auf die Frage reagieren.

Worauf Personaler beim Lebenslauf besonders achten

Wie sieht er nun aus, der perfekte Lebenslauf? Die Antwort hängt davon ab, was der jeweilige Personaler erwartet und lässt sich daher wie so vieles nicht pauschalisieren. Worauf Personalverantwortliche besonders achten, das hat das US-amerikanische Karriereportal „TheLadders“ in einer Eyetracking-Analyse untersucht. Dabei wurden die Augenbewegungen von 30 Personalern aufgezeichnet, um herauszufinden, worauf sie sich bei der Betrachtung von Lebensläufen am meisten fokussierten. Das Erstaunliche: Nur 6 Sekunden widmeten sich die Teilnehmer im Schnitt einer Bewerbung, um eine erste Entscheidung über die Eignung von Kandidaten zu treffen. 80 % der Zeit entfiel dabei auf: 

  • den Namen des Bewerbers
  • den aktuellen Arbeitgeber und Jobtitel
  • den vorherigen Arbeitgeber und Jobtitel
  • die Ausbildung Dabei wurden die Unterlagen vor allem auf wichtige Schlüsselwörter gescannt, die Auskunft über stellenrelevante Qualifikationen, Eigenschaften oder Berufserfahrungen gaben. Bewerber haben also zumindest laut dieser Studie nur eine sehr begrenzte Zeit für einen guten ersten Eindruck.

5 Tipps für einen attraktiven Lebenslauf

In puncto Lebenslauf zählt vor allem Qualität statt Quantität. Seitenlange Textwüsten, die jedes Praktikum und jeden Nebenjob haarklein auflisten, landen schnell auf dem Aussortierstapel. Je relevanter der Lebenslauf für die ausgeschriebene Stelle und das Unternehmen, desto besser. Wichtig ist, dass Schlüsselqualifikationen dabei schnell ins Auge springen. 5 Tipps für einen überzeugenden CV: 

  1. Struktur: Damit Personaler beim ersten (manchmal sekundenschnellen) Scannen der Lebensläufe den Überblick behalten, ist eine übersichtliche Struktur entscheidend. Ein gegliederter, hierarchischer Aufbau kann zum Beispiel in Form von themenbezogenen Blöcken erfolgen: Bei der von vielen Unternehmen bevorzugten amerikanischen Variante sind die wichtigsten Standorte z. B. nach Berufserfahrung, Ausbildung, Studium und Fortbildung sortiert. Die aktuelle Position inkl. Firmenname und Arbeitsstandort steht am Anfang. Darunter können die Aufgabenschwerpunkte kurz, in ca. 3-5 Punkten, aufgeführt werden. Manche Unternehmen bevorzugen hingegen chronologisch aufgebaute Lebensläufe. Online findet man dazu auch Muster oder Vorlagen.
  2. Stellenrelevanz: Idealerweise ist der Lebenslauf auf die ausgeschriebene Stelle und das Unternehmen zugeschnitten. Relevante (Schlüssel)qualifikationen, Eigenschaften und Berufserfahrungen sollten unbedingt erwähnt werden. Nicht jedes Praktikum oder jeder Nebenjob, Grundschul- oder Kindergartenzeit müssen aufgeführt werden. Vor allem für berufserfahrene Menschen mit vielen Stationen im Berufsleben gilt es oft zu selektieren. Wichtige Keywords sollten verwendet und sichtbar platziert werden, damit sie Personalern beim ersten Scannen ins Auge fallen.
  3. Länge: Ein Lebenslauf sollte im Schnitt nicht länger als 2 Seiten sein, bei Berufseinsteigern reicht meist 1 Seite. Reduzieren lässt sich die Länge, wenn sich der CV vor allem auf stellenrelevante Informationen konzentriert.
  4. Rechtschreibung & Grammatik: Am besten den Lebenslauf mehrfach auf Rechtschreibfehler prüfen oder einen Bekannten drüber lesen lassen – manchmal macht das zigste Durchlesen fehlerblind. Auch wenn für die Jobposition keine niet- und nagelfesten Rechtschreibkenntnisse erforderlich sind, signalisiert eine fehlerfreie Orthografie Sorgfalt.
  5. Layout: Da Struktur und eine gute Lesbarkeit für den Lebenslauf wichtig sind, ist i. d. R. ein schlichtes Layout sinnvoll. Logos, Farben oder ein extravagantes Design lenken vom Wesentlichen (dem Inhalt und wichtigen Keywords) ab.

Fazit

Gerade mal 6 Sekunden verwenden Personaler laut einer Eyetracking-Analyse des Karriereportals „TheLadders“ auf das erste Scannen eines Lebenslaufs. Umso wichtiger ist deshalb eine übersichtliche Struktur, die stellenrelevante Keywords beinhaltet und sichtbar platziert. Textlich überladen sollte der Lebenslauf nicht sein. Lieber die weniger relevanten Stationen kurz halten und irrelevante weglassen. 

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